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»Eine Ära mit höchstem Anspruch geht zu Ende«

(FAZ vom 14.11.15)


Liebe Kunden und Freunde unseres Hauses,

dieses Jahr wird erstmals ohne unsere Auktionen stattfinden.
1930 war das Jahr unserer ersten Auktion, einer Buchauktion, der zunächst unregelmäßig, 1931, 1934 bis 1941 und ab 1947 in regelmäßigeren Abständen Buch- sowohl als auch Kunstauktionen folgten. Wir konnten einzigartige Objekte wie Shakespeares „First Folio“ oder Tilman Riemenschneiders „Lüsterweibchen", das uns 1985 den ersten Millionenzuschlag auf einer deutschen Nachkriegsauktion bescherte, versteigern, aber auch Kuriosa, wie die Lieferung und Einrichtung einer Bibliothek für die Privatyacht des Reeders Onassis oder die Versteigerung gebrauchter Flugzeuge in Baden-Baden bei strömendem Regen.
Seit 1994 fanden die Kunst- und Buchauktionen in dem Ihnen gewohnten Turnus zwei Mal jährlich zu getrennten Daten statt.

Nach gemeinsamen 100 Jahren Tätigkeit für HAUSWEDELL & NOLTE von Ernst Nolte und Gabriele Braun werden wir zum 29. Februar unsere Firma schließen. Bis Ende März sind wir noch für Sie da.

Wir möchten Ihnen für Ihre Treue danken und Ihnen auch künftighin Freude an Kunst und Bibliophilie wünschen.

Ihre

ERNST NOLTE und GABRIELE BRAUN



Nachbericht

Moderne Kunst und Kunst nach `45 am 11. und 12. Dezember 2015

Graphik Pablo Picassos gehörte wieder einmal zu den Favoriten


In der traditionell im Hause Hauswedell & Nolte stark vertretenen Klassischen Moderne

erzielte eines der Toplose, Kandinskys Kleine Welten in der Vorzugsausgabe auf Japan in der Ganzpergamentmappe bei einem Ausruf von 130.000 € 258.000 (wie alle folgenden Ergebnisse inkl. Aufgeld).


Eine erstaunliche, wenn auch nicht überraschende Steigerung erfuhr Max Beckmanns Lithographie „Selbstbildnis mit Katze und Lampe“, das vom Künstler seinem Kunsthändler J.B.Neumann gewidmete, von diesem an die Galerie Nierendorf verkaufte und dort von Kurt Tucholsky zur Hochzeit mit seiner Frau Mary erworbene Exemplar, das in die Tucholsky-Stiftung überging und von Mary Tucholsky dem kürzlich verstorbenen F.J. Raddatz zum Geschenk gemacht worden war. Gegen 5 Bieter verdreifachte es seine Ausruf von € 12000 auf annähernd € 30.000.

Auch die Zeichnung „Der Flüchtling“ von Ernst Barlach, eine von 2 Zeichnungen und 3 Skulpturen in dieser Auktion, die alle vermittelt werden konnten, erfuhr von der Schätzung € 10.000 eine Steigerung auf € 38.700, ein für eine Zeichnung dieses Künstlers rekordverdächtiger Preis. Dessen „Spaziergänger“, eine frühe Skulptur von 1912 in einem von zwei Lebzeitgüssen, stieg von € 34.000 auf € 87.700.

Auch die berührende Zeichnung einer „Mutter mit totem Kind“, in der Käthe Kollwitz sich selbst im Spiegel mit dem schlafenden Sohn Peter darstellte, mit € 24.000 ausgerufen, war einem Sammler € 64.500 wert.

Emil Noldes frühe und vergleichsweise großformatige Tusche der „Schlittschuhläufer“, die die Weiträumigkeit der Eisfläche, den leichten Dunst des Wintertages und die Bewegung der Figuren wunderbar atmosphärisch einfängt, erbrachte bei einem Ausruf von € 21.000 erstaunliche € 51.600.

Das kleine Ölbild von H.-J. Rousseau, le Douanier, ein auf deutschen Auktionen eher ungewöhnlicher Gast, mit der Ansicht über die Seine auf den gerade fertiggestellten Eiffelturmes, übertraf mit € 49.000 ebenfalls deutlich die Schätzung von € 30.000.

Die imposante Strecke von 7 großformatigen Lithographien und 1 Radierung Pablo Picassos wurden zumeist weit über den Schätzpreisen zugeschlagen: so stieg die 11-teilige Lithographienfolge  unsignierter Probedrucke „David et Bethsabée“ von € 45.000 auf über € 100.000, die beiden Zustandsdrucke des eindrucksvollen Portraits von „Françoise“ von € 10.500 bzw. € 10.000 auf € 42.000 bzw. € 57.500.                                  

Bei den Zeitgenossen ragte das großformatige Acrylbild „Großer Dreiklang“ von Heinz Mack (vom Vorbesitzer nach einer Postkarte erworben!) in Format, strahlender Farbigkeit und Höhe des Zuschlags aus der Menge der an vielen Stellen in diesem Herbst angebotenen Werke der Zero-Gruppe heraus. Von dem Ausruf € 120.000 stieg das Bild  auf € 300.000 - das sind inkl. Aufgeld stolze € 408.000, ein Rekordpreis für diesen Künstler.

Tom Wesselmanns leuchtend farbige„Study for most beautiful foot“ wurde unter Beteiligung von 8 teils ausländischen Bietern von € 40.000 auf € 98.000 befördert.

Das fast meditative, kinetische Objekt von Pol Bury war dem Erwerber bei einem Ausruf von € 42.000 (Schätzung € 38.000) gegen die Konkurrenz von 5 weiteren Bietern annähernd € 79.000 wert.

Lang anhaltender Beifall beendete jeweils die drei letzten Auktionen des Traditionshauses.